How to: Lockdown Musikvideos

Wie ich schon in meinem Artikel zur Livemusik in 2020 erwähnt hatte, wurde ich durch diese Musik- und Videoproduktion vor neue Herausforderungen gestellt. Da mich inzwischen einige Leute gefragt haben, wie das funktioniert habe ich mich zu diesem How-to entschieden. Hier also die Antwort auf die Frage:

Wie produziert man Musik Videos für Youtube?

Anfangen möchte ich mit den Vorraussetzungen, komme dann im Verlauf auf verschiedene Vorgehensweisen, die zum Teil eine parallele, unabhängige Produktion verschiedener Protagonisten ermöglicht bzw. auch den Fall, bei dem wirklich eine serielle Produktion erfordert (d.h. Musiker müssen warten bis der vorhergehende Musiker seinen Teil bereits produziert hat).

Voraussetzungen

Die Voraussetzungen für die einzelnen Instrumente sind sehr unterschiedlich, in der einfachsten Variante können die Videos und der Ton tatsächlich mit einem Smartphone aufgezeichnet werden könnnen. Das funktioniert bei Sängern oder auch bei Blasinstrumenten.

Gerade wenn es um das Schlagzeug geht, wird es hier etwas komplexer, da die Smartphones mit den hohen Pegeln so ihre Probleme bekommen. Ich gehe nun hier auf die Komplexität beim Schlagzeug näher ein. Ich nutze für das Schlagzeug den PC um mittels Mehrspuraufnahme die einzelnen Trommeln und den Raum im Anschluss mischen zu können. Es führt einfach zu einem viel besseren Ergebnis…

Das heißt die erste Voraussetzung beim Schlagzeug ist die Möglichkeit mindestens 4 Spuren gleichzeitig aufzeichnen zu können. Ein entsprechendes Audio Interface für Harddisk Recording o.ä. ist zwingend notwendig. Bei 4 Spuren empfehle ich Bassdrum, Snare und 2 x den Raum mit Overhead-Mikrofonen. Ich selbst habe mit 7 bzw. 8 Spuren gearbeitet. (Natürlich könnte man das bestimmt auch mit 2 Spuren Stereo-Raum-Aufnahme hinbekommen, doch dazu später noch mehr).

Software für Mehrspurrecording

In diesem Zusammenhang, möchte ich gerne das Programm Reaper für die Mehrspuraufnahmen empfehlen, das ich schon seit langem einsetze. Cockos bietet aktuell neben der Evaluation-Version und den Kauf-Lizenzen eine kostenlose Lizenz bis zum 1. Februar 1. April (das wurde gerade verlängert) mit der Auflage die Maske zu tragen. Ich gebe zu, das Programm wirkt auf den ersten Blick etwas komplex, aber es lohnt sich dann die Hilfevideos anzusehen und schon kann der Spaß beginnen.

Ein weiterer Vorteil: Das Programm benötigt sehr wenige Ressourcen. Hier ein Beispiel mit meinem 11 Jahre alten Produktionscomputer:

Auch mit dieser alten Kiste, lässt sich doch ein relativ großes Projekt bearbeiten. Gerade bei der Verwendung von vielen VST Effekten, sollte man jedoch die Latenz der Soundkarte auf Maximum stellen.

Beim ersten Versuch einer Audio- und Videoaufnahme (das war im Mai 2020 für die Lockdown Sessions von Athis Music Lounge) stellte ich, trotz einiger Erfahrung in der Produktion von Audio fest, dass die zusätzliche Aufnahme von Video-Material einige nicht zu vernachlässigende zusätzliche Anforderungen mit sich bringt. Die optische Komponente bläht den Aufwand doch um einiges auf.

Reine Audio-Aufnahmen sind einfacher

Es kommt als Erstes mal hinzu, dass – im Gegensatz zur reinen Tonaufnahme – anders über die Positionierung des Drumsets nachgedacht werden muss. Hier mussten in meinem Fall auch direkt die Anforderungen an Klangeigenschaften des Raums vernachlässigt werden.

Ich probierte verschiedene Platzierungen im Raum aus. Das gipfelte dann darin, dass ich mir später noch zusätzliche Schallabsorber baute, da ich im Verhältnis zu vorherigen Tonaufnahmen wusste, dass es einfach besser gehen muss. So komme ich letzten Endes auch zur o.g. Empfehlung mit mind. 4 Spuren, da bei reinen Raumaufnahmen die Klangeigenschaften verschiedener Positionen im Raum einfach noch wichtiger sind.

Kommen wir zu den Herausforderungen:

  • Platzierung vs. Sound
  • Optik im Allgemeinen (inkl. Ordnung rund ums Schlagzeug)
  • Kameraposition(en)
  • Ausleuchtung

Diese Herausforderung kommen im Vorfeld hinzu, ohne überhaupt schonmal einen Ton gespielt geschweige denn ein Video dazu aufgenommen zu haben.

Ich stelle fest, dass dieses How-to ein etwas umfangreiches Unterfangen werden wird, daher werde ich die einzelnen Punkte in einer mehrteiligen Artikelfolge behandeln. In den nächsten Wochen werde ich daher mindestens 3 Teile zur Produktion von „Lockdown-Musik“ veröffentlichen. Freut euch mit mir auf ein Praxisbeispiel und viele Hinweise, Tipps und Stolperfallen auf dem Weg zum Lockdown-Video!

Vorab doch schon ein Disclaimer: Wegen der derzeitigen Ausgangssperre, ist es mir nicht erlaubt, länger als 20 Uhr im Proberaum zu sein, daher bin ich in den Zeiten leider etwas eingeschränkt, was zu zusätzlichen Herausforderungen führen kann.

Weiter mit Teil 2: Lockdown Musikvideos: Ins rechte Licht

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