Freitags geht es los, und zwar nicht mit dem Rad, sondern mit dem Auto. Für den Besuch der 14. Etappe der Tour de France 2026, von Mulhouse hinauf zum Le Markstein, hatten wir uns ein Zimmer in Guebwiller gesichert, um am Tag des Rennens möglichst früh starten zu können. Am Samstag dann der Aufbruch um 10 Uhr, nach einem Frühstück, das allerdings ohne Pain au Chocolat auskommen musste. Denn die Ortschaft war auf den Ansturm der Radbegeisterten offenkundig nicht vorbereitet: Der Bäcker war um 9 Uhr bereits nahezu ausverkauft: keine Croissants, keine Framboise, nichts mehr. Auch im Super U, wo wir noch schnell Wasser für die Auffahrt besorgten, herrschte ein regelrechtes Treiben. Jeder wollte zur Tour. Was wir dort erlebten, war aber noch ein gemütlicher Sonntagsspaziergang im Vergleich zu dem, was uns später am Col de Haag erwartete.
13 km und ein Navi ohne Mitgefühl
Für die Auffahrt zum Col hatten wir uns für die Mountainbikes entschieden und das aus gutem Grund. Erstens gibt es durch den Wald einen deutlich kürzeren Weg, und zweitens wollten wir uns nicht auch noch von tausend johlenden Fans am Straßenrand unter Druck setzen lassen, wenn man ohnehin schon am Anschlag fährt. Das Navi lotste uns über Buhl und dann durch den Wald, über den Col de Judenhut: knappe 13 km, 973 Höhenmeter auf Wander- und Forstwegen. Klingt machbar. Ist es auch. Zumindest die ersten 5 km.
Die liefen noch recht ordentlich. Dann aber wurde der Weg steiler, der Belag unebener, der Schotter gröber und irgendwann schlicht unfahrbar. Also hieß es schieben, zumindest in den steilsten Passagen. Alle 200 Höhenmeter eine kurze Pause einplanen. Die erste Wasserflasche war schneller leer als erwartet.

Schotter, Steine und Peugeots im Gelände
Zwischendurch gab es immer mal wieder flachere Abschnitte mit besserem Untergrund, und jedes Mal keimte die Hoffnung, dass es jetzt so bleibt. Blieb es nicht. Ein paar Höhenmeter weiter wurde es regelmäßig noch unwegsamer als zuvor: große Steine im Waldboden, kaum noch Schotter und zur Krönung des Ganzen auch noch die Gendarmerie, die mit ihren Peugeots versuchte, denselben Weg hinaufzufahren. Die Gendarmen waren die Strecke sogar vorher abgelaufen, um zu prüfen, ob das überhaupt geht. Von ihnen erfuhren wir immerhin, dass wir noch rund 2 km vom Col de Haag entfernt waren. Die Motivation stieg merklich.
Ankunft auf dem Hochplateau und ungläubiges Staunen
Und tatsächlich: Kurz darauf erreichten wir ein kleineres Plateau, der Boden wurde wieder fahrbar. Mehr noch – es ging sogar leicht bergab durch ein weiteres Wäldchen. Wir waren ab diesem Zeitpunkt auf dem Hochplateau des Le Markstein am Col de Haag. Als wir den Wald hinter uns ließen, trauten wir unseren Augen kaum.

Was uns ansonsten auf dem Plateau des Col de Haag erwartete, sprengte dann endgültig alle Erwartungen, aber davon berichte ich im zweiten Teil.