Google Analytics wird zu Grabe getragen

Gestern gab es eine 2,5-stündige Kick-off Veranstaltung für neue Produkte bei Google. Hauptsächlich ging es um Google Ads und neue Gebotsstrategien. Mehr Blackbox, weniger Daten. Gefühlt ist „in tests we have recognized an increase of revenue by (hier beliebige, mindestens 2-stellige Zahl einfügen) percent“ eine Floskel, die bei keinem Produkt fehlen darf. Doch das ist ein anderes Thema.

Zeitgleich, still und heimlich, hat Google das Produkt Google Universal Analytics – also der Nachfolger der legendären Urchin Software, die Google seinerzeit gekauft hatte – auf die Bahre gelegt und wird es, nach aktuellen Angaben, am 30.06.2023 beerdigen.

Auf der dazugehörigen Supportseite ist seit gestern klar zu lesen:

Bis einschließlich 30. Juni 2023 können Sie in Ihren Universal Analytics-Properties weiterhin neue Daten erheben und verwenden.

Ab dem 1. Juli 2023 haben Sie noch mindestens sechs Monate lang Zugriff auf zuvor verarbeitete Daten in Ihrer Universal Analytics-Property. Wir wissen, wie wichtig Ihre Daten für Sie sind. Deshalb empfehlen wir dringend, in diesem Zeitraum Ihre Berichte mit bisherigen Daten zu exportieren.

In den kommenden Monaten werden wir Ihnen ein konkretes Datum nennen, wann Universal Analytics-Properties nicht mehr zur Verfügung stehen. Nach diesem Datum können Sie auf der Analytics-Benutzeroberfläche keine Universal Analytics-Berichte mehr sehen und keine Universal Analytics-Daten mehr über die API aufrufen.

Google Analytics-Hilfe

Kein Problem, wenn man bezahlt?

Doch! Auch Google 360 Kunden wird der Zugriff entzogen. Zwar erst 3 Monate später, aber Google UA ist dem Tod geweiht.

So versucht Google nun die bisher wenig geliebte GA4 Version im Markt zu etablieren. Ja, es mag sein, dass dieses Event Modell besser ist. Ich beobachte jedoch, dass viele Nutzer von GA sich nicht damit befassen möchten, wie Sie im neuen Analytics an die gewohnten Daten kommen. Denn sind wir mal ehrlich: Die neue Oberfläche hat mit der alten – außer der Farbgebung – wenig gemein.

Was nun?

Das ist eine berechtigte Frage und hängt stark von der Nutzung der Plattform ab. Welche Daten werden genutzt und wofür. Wohin werden die Daten exportiert, was wird dort gemacht? Geht das auch mit GA4 in einem vertretbaren Aufwand?

Soll ich lieber gleich was anderes nehmen, da derzeit schon Frankreich und Österreich Google Analytics als Illegal oder mindestens als nicht konform einstuft? Da folgen doch bestimmt bald weitere EU Länder, den die DSGVO sollte überall gleich sein…

Ich habe mich hier auf dem Blog schon vor Jahren von Google Analytics getrennt… Warum? Vieles was Google trackt, interessiert mich nicht und wer glaubt, dass Google da keinen Nutzen draus zieht, der sollte sich mal fragen, warum er so wenig für dieses mächtige Analysetool zahlen muss. Evtl. hilft auch ein Blick in die AGB von Google Analytics ;-)

Kurzum: Auch ohne Google Universal Analytics funktioniert es. Anders, aber es wird gehen.

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